Das war Rock für Toleranz — Gegen Gewalt 05.11.2016

Ein gran­dio­ses Pro­gramm

Heiter bis Wolkig

Seyran

Bromo

Itze Bänd

Sebastian

35 Steps 

Die fidelen Senioren

Druckpunkt

Erigiert ist der größer 

Heiopeis

Infinite Abyss

Krawalliere

Marco Sicilia

Micha Benjamin

Penetration Derby

Pinguin Flugschau

Simonster

The Doghunters

The overall Brigade

Tobey Trueblood

Zeit für Tole­ranz – Zeit für Musik – Kein Bock auf Gewalt !

Die Zeit ist reif für eine wei­te­re Aus­ga­be des ein­zi­gen Pul­hei­mer Musik­fes­ti­vals, wel­ches sich schon seit nahe­zu 20 Jah­ren auf die Fah­nen geschrie­ben hat, jen­seits der fest­ge­fah­re­nen Gen­re­gren­zen Live­mu­sik von allen für alle“ in der Pro­vinz“ der Musik­me­tro­po­le Köln auf die Büh­ne zu brin­gen. Egal ob Rock, Pop, Sin­ger-Song­wri­ter, Schla­ger, Hip­Hop, Alter­na­ti­ve, Punk, Indie, Rap — es ist völ­lig uner­heb­lich, wel­chen Musik­stil die auf­tre­ten­den Grup­pen ver­tre­ten : Es geht um das ver­bin­den­de Zusam­men“ statt um das tren­nen­de Gegen“ im Medi­um der Musik – wenn­gleich, wie der Name der Ver­an­stal­tung schon sagt, eine kla­re und unmiss­ver­ständ­li­che Posi­ti­on aller Bands Gegen Gewalt“ bezo­gen wird. Das scheint auf den ers­ten Blick selbst­ver­ständ­lich, ent­puppt sich aber bei nähe­rer Betrach­tung nicht sel­ten als ein will­fäh­ri­ges Bon­mot der Musik-Kunst an sich, die von zahl­rei­chen Grup­pie­run­gen mit – mil­de aus­ge­drückt – zwei­fel­haf­ter Aus­rich­tung als popu­lis­ti­sches Medi­um gewalt­ver­herr­li­chen­der Pro­pa­gan­da gna­den­los miss­braucht wird. Dage­gen wer­den alle Betei­lig­ten am 5.November Stel­lung bezie­hen und als Gegen­kon­zept die Musik als fried­li­che und ver­ei­nen­de, ja als uni­ver­sel­le Spra­che prä­sen­tie­ren, wel­che kei­ne ver­kopf­ten Dog­men, gewalt­ver­herr­li­chen­de Phan­ta­si­en und zwei­fel­haf­ten Lebens­ent­wür­fen das Wort redet, son­dern nur die eine ver­bin­den­de Bot­schaft trans­por­tiert :

Egal wer du bist, egal wo du her­kommst, egal wie du aus­siehst – wir sind alle gleich und : Wir sit­zen alle im sel­ben Boot ! Wer hier meint, Löcher durch Into­le­ranz, Gewalt und Stän­ke­rei in die Plan­ken zu boh­ren, soll­te end­lich raf­fen, dass er so frü­her oder spä­ter selbst baden geht.

Unter den 20 auf­tre­ten­den Grup­pen auf zwei Büh­nen befin­den sich vie­le bekann­te und geach­te­te Gesich­ter der Köln-Pul­hei­mer Musik­sze­ne. So die bei­na­he legen­dä­ren Fide­len Senio­ren“, die ein­zi­ge ech­te und ältes­te Sati­re-Punk­band in Deutsch­land, wel­che über­dies in die­sem Jahr neben der Final­teil­nah­me am größ­ten euro­päi­schen Musik­wett­be­werb Emer­gen­za“ ihr 30-jäh­ri­ges Büh­nen­ju­bi­lä­um fei­ern. Oder die Jungs von Druck­punkt“ aus Köln, die in ihrer Musik Rock und Rap in einem nahe­zu sym­bio­ti­schen Wech­sel­spiel von Sprech­ge­sang und Gitar­ren­bret­tern ihrem Publi­kum um die Ohren wir­beln. Ruhi­ger lässt es dann“ Micha Ben­ja­min“ ange­hen. Der sym­phy­ti­sche Sän­ger und lie­bens­wer­ter Lyri­ker aus Pul­heim prä­sen­tiert mit geist­rei­cher Gitar­ren­mu­sik eine Aus­wahl sei­ner zeit­lo­sen Hits aus den letz­ten 10 Jah­ren, gefolgt von dem char­man­ten Mar­co Sici­lia“, der zu rocki­gem Sound ita­lie­ni­sche Musik­kul­tur alla Vasco Ros­si auf die Pul­hei­mer Büh­nen des Pogos zau­bern wird. Simons­ter“, der wort­ge­wand­te West­co­ast­ler aus Ker­pen, wird eben­falls die Büh­ne mit sei­nen aus­ge­fuchs­ten Hip­Hop-Arran­ge­ments unsi­cher machen. Min­des­tens genau­so wie die bereits genann­ten Grup­pen und Künst­ler las­sen es auch die Bands 35 Steps“, Kra­wal­lie­re“, Pene­tra­ti­on Der­by“, Itze“, Pin­gu­in Flug­schau“, The Dogh­un­ters“, Tobey True­b­lood“, The Over­all Bri­ga­de“, Infi­ni­te Abyss“, Sebas­ti­an“, Bro­mo“, Sey­ran“ und eini­ge Spe­cial Guests an die­sem Abend rich­tig knal­len.

Die Rockinitia­ti­ve Pul­heim e.V. hat bereits in den 90ger Jah­ren mit die­sem Ver­an­stal­tungs­kon­zept Rock für Tole­ranz – Gegen Gewalt“ klar und unmiss­ver­ständ­lich Stel­lung bezo­gen, als in der frisch ver­ein­ten Bun­des­re­pu­blik nach den ange­trock­ne­ten Freu­den­trä­nen der Fried­li­chen Revo­lu­ti­on“ von 1989 plötz­lich wie­der Häu­ser brann­ten und Men­schen durch Poten­ta­ten rech­ter Grup­pie­run­gen, wel­che sich dem ver­meint­li­chen Volks­wil­len“ zur natio­na­len Selbst­er­hal­tung ver­schrie­ben hat­ten, ermor­det wur­den. In der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit — geprägt durch Glo­ba­li­sie­rung und gren­zen­lo­sem“ Ter­ror, sah und sieht die gan­ze Sache natür­lich wie­der anders aus. Schie­nen Gewalt und Into­le­ranz vor­erst in fer­ne Län­der out­ge­sour­ced wor­den zu sein, kei­men bei­de Unkräu­ter erneut auf bun­des­deut­schem Boden. Umso mehr ist es jetzt die Zeit, Flag­ge zu zei­gen und klar Stel­lung gegen Gewalt und Into­le­ranz zu bezie­hen.

In die­sem Sin­ne wird die Ver­an­stal­tung bewusst mit dem posi­ti­ven Wort­paar Für Tole­ranz“ an ers­ter Stel­le über­schrie­ben. Der Ein­wand, dass es sich bei dem Begriff Tole­ranz“ um eine bil­dungs­sprach­li­che Leer­for­mel für das Erdul­den von Uner­wünsch­tem han­delt, wie es sein Ein­trag in der Sprach­fes­tung Duden“ nahe­legt, wird ein ande­res Ver­ständ­nis von Tole­ranz“ gegen­über­ge­stellt : Es ist das eini­gen­den Band von per­sön­li­cher Frei­heit und gegen­sei­ti­gem Respekt, von Fremd­ach­tung bei gleich­zei­ti­gem Zuge­winn an Selbst­ach­tung, von Gefühl und Ver­stand.

In wel­cher Ver­pa­ckung“ ist eine sol­che Bot­schaft bes­ser zu trans­por­tie­ren als in der Musik, in der Kunst­form, die den Herz­schlag diri­giert und so wesent­li­che Din­ge sicht­bar macht, die den Augen des Ver­stan­des allei­ne ver­schlos­sen blie­ben.

Mit musi­ka­li­schen Grü­ßen

Ernst Gui­do Leid­heu­ser – Vor­sit­zen­der Rockinitia­ti­ve Pul­heim e.V.